Klarsichtkino: Durchblick im Globalisierungsdschungel
Nicht zuletzt die Finanzkrise zeigt das Scheitern der neoliberalen Politik, die in allen Teilen der Welt zu sozialer Unsicherheit, ökologischen Problemen und Nahrungsmittelengpässen führt. In der Filmreihe KLARSICHTKINO werden Dokumentationen und Spielfilme gezeigt, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit den drängenden Problemen einer zunehmend privatisierten und globalisierten Welt beschäftigen. Dabei vermitteln die ausgewählten Filme Zusammenhänge und Hintergründe, stellen Fragen und zeigen manchmal auch Möglichkeiten des Widerstands gegen Ausbeutung, Entrechtung und Umweltzerstörung auf. Jeder Abend wird von einem der Kooperationspartner begleitet und im Anschluss an die Vorführung besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Für interessierte Gruppen und Schulklassen können wir in der Spielwoche auch vormittags Termine anbieten.
Download des Programm-Flyers (pdf, 2MB)
Filmübersicht 2011
Do 09.09. 19.00 Machuca, mein Freund
Do 14.10. 19.00 High Speed Money
Do 04.11. 19.00 Willkommen zu Hause
Do 09.12. 19.00 Das ganze Leben liegt vor Dir
Do 13.01. 19.00 Mammut
Do 10.02. 19.00 Wall Street – Geld schläft nicht
Do 10.03. 19.00 Die wundersame Welt der Waschkraft
Do 14.04. 19.00 Age of stupid
Do 12.05. 19.00 Tekel – Eine Belegschaft begehrt auf
Machuca, mein Freund
Donnerstag, 09.09., 19.00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: Jusos Hagen
Chile 2004, R: Andrés Wood, 120 Min, deutsche Fassung, mit Matías Quer, Ariel Mateluna, u.a.
Santiago de Chile 1973 kurz vor dem Putsch gegen Salvador Allende. Pedro Machuca kommt in die Klasse von Gonzalo Infante. Er ist einer der Jungen aus den Elendsvierteln, denen der engagierte Schulleiter Pater McEnroe den Besuch der elitären Privatschule ermöglicht. Die beiden Elfjährigen schließen trotz unterschiedlicher Herkunft Freundschaft. Bedeutet der Putsch von General Pinochet gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende auch das Ende ihrer Freundschaft? Konsequent aus Sichtweise des elfjährigen Gonzalo erzählt, ist MACHUCA ein berührender, dramatischer Film über den Abschied von der Kindheit - voller Melancholie und Enthusiasmus. Dabei gelingt es Regisseur Wood, das Lebensgefühl jener politisch unruhigen Zeit ebenso eindringlich darzustellen wie das der jungendlichen Protagonisten.
High Speed Money
Donnerstag, 14.10., 19.00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: Attac Hagen
GB 1999, R: James Dearden, 101 Min, deutsche Fassung, mit Evan McGregor u.a.
Aus armen Verhältnissen stammend, wird der Broker Nick Leeson von einem unglaublichen Ehrgeiz getrieben. Der aufstrebende Finanzmarkt Asiens bietet dem in Singapur für ein altehrwürdiges britisches Geldinstitut tätigen Spekulanten die Möglichkeit, mit Millionen zu jonglieren. Immer wieder gelingt es ihm dabei, satte Verluste mit riesigen Gewinnen aufzufangen, bis eine Pechsträhne ein Minus in Milliardenhöhe nach sich zieht und sein Bankhaus vor dem Ruin steht. Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film erscheint rückblickend wie ein Fanal für die durch Risikospekulationen ausgelöste jüngste Bankenkrise, die Finanzmärkte weltweit in den Abgrund stürzte.
WILLKOMMEN ZU HAUSE
Donnerstag, 04.11.2010, 19:00 Uhr, freier Eintritt!
Präsentiert von: Friedenszeichen Hagen
Deutschland 2008, R:, 90 Minuten, mit Ken Duken u.a.Bisher kannte man Kriegsheimkehrer-Dramen vor allem aus dem US-Kino. Schon oft thematisierte Hollywood die Probleme der aus dem Vietnam-Krieg heimkehrenden Soldaten, die sich in der "normalen" Welt nicht mehr zu Recht finden. Nun hat auch Deutschland seinen ersten "Vietnam-Film". In die pfälzische Kleinstadt Deidesheim kehrt der freiwillig Wehrdienst leistende Soldat Ben Winter nach einem dreimonatigen Afghanistan-Einsatz aus Kundus zurück. Zumindest äußerlich hat er keinen Schaden davongetragen. Jedoch ein Attentat, bei dem er zusehen musste, wie sein Freund Torben starb, hat bei ihm eine posttraumatische Belastungsstörung hervorgerufen. "Willkommen zuhause" erzählt kritisch anhand eines Einzelschicksals von den verheerenden Folgen des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan.
DAS GANZE LEBEN LIEGT VOR DIR
Donnerstag, 09.12.2010, 19:00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: GEW Hagen
Italien 2008, (OT: Tutta la vita davanti), R: Paolo Virzì, deutsche Fassung, 117 Min., mit Isabella Ragonese, Sabrina Ferilli, Micaela Ramazzotti u.a.
Marta ist jung, schön und hat soeben sehr erfolgreich ihre Philosophiepromotion über Heidegger abgeschlossen. Das Leben liegt vor ihr, enthusiastisch macht sie sich auf die Suche nach einem Job. Doch die Berufswelt hat nicht auf sie gewartet. Nach zahlreichen erfolglosen Bewerbungen nimmt Marta einen Job in einem Callcenter an, der ihr nach anfänglichen Irritationen auch Spaß bereitet. Quotendruck, Manipulation und Mobbing rufen den Gewerkschaftler Conforti auf den Plan und lassen Marta schon bald an der Sinnhaftigkeit ihres Tuns. Eine temporeiche, pointierte Satire und eine volle Breitseite auf den Kapitalismus berlusconischer Prägung.
MAMMUT
Donnerstag, 13.01.2010, 19:00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: Allerwelthaus
Schweden/Dänemark/D 2009, R+B: Lukas Moodysson, deutsche Fassung, 125 Min., mit Gael Garcia Bernal, Michelle Williams u.a.
Dem New Yorker Ehepaar Leo und Ellen fehlt es an nichts. Ellen arbeitet als Chirurgin, während Leo die Welt bereist, um neue Deals für seine Computerfirma an Land zu ziehen. Ihre achtjährige Tochter befindet sich in der Obhut des philippinischen Kindermädchens Gloria, das in ständigem Kontakt mit den eigenen Kindern in ihrer Heimat steht, die sie wegen der Arbeit zurücklassen musste. Bei einer Reise nach Thailand beschließt Leo, sein Leben von Grund auf zu ändern, was unmittelbare Auswirkungen auf das Leben aller Beteiligten hat. In multiplen Handlungssträngen geht es um Eltern und Kinder, die unter den Bedingungen der modernen Arbeitswelt leiden…allerdings auf sehr unterschiedlichen Niveaus.
WALL STREET - GELD SCHLÄFT NICHT
Donnerstag, 10.02.2011, 19:00 Uhr, 3€
Präsentiert von: ver.di Jugend
USA 2010, R+B: Oliver Stone, deutsche Fassung, 130 Min., mit Michael Douglas, Shia LeBeouf, Carrie Mulligan, Sharlie Sheen u.a.Der Börsenhai Gordon Gekko ist nach 20 Jahren Gefängnis wieder auf freiem Fuß. Die Welt mag sich verändert haben, aber die Gier nach Macht und Reichtum ohne Rücksicht auf Verluste ist immer noch allgegenwärtig. Zunächst aber wirkt Gekko reumütig. Weil seine Tochter Winnie seit Jahren nicht mehr mit ihm spricht, versucht er sich ihr über ihren Verlobten, den ambitionierten, aber unverdorbenen Wall-Street-Broker Jacob anzunähern. Jacob ist fasziniert von dem ehemaligen Finanztitan und spricht auf dessen weltmännische Art an. Als er bemerkt, was Gekko wirklich vorhat, ist es bereits zu spät. Oliver Stones Fortsetzung seines Klassikers aus 1987 und sein Kommentar zum Raubtierkapitalismus des 21. Jahrhunderts.
DIE WUNDERSAME WELT DER WASCHKRAFT
Donnerstag, 10.03.2011, 19:00 Uhr, 3€
Präsentiert von: IG Metall
Deutschland 2008, R+B: Hans-Christian Schmid, Doku, 106 MinutenEin deutsches Unternehmen bringt die Schmutzwäsche Berliner Luxushotels nach Polen, um sie am nächsten Tag gewaschen und gebügelt zurück zu bringen. Akkordarbeit und Niedriglöhne bestimmen das Arbeitsverhältnis von 400 Frauen, die in der polnischen Kleinstadt Gryfino ackern. Der Film begleitet zwei der Frauen bis in ihre Familien, erzählt von ihren Sorgen, Träumen und Hoffnungen, aber auch von der Globalisierung, dem mühsamen Zusammenwachsen Europas und den Menschen, die mit neuen Begebenheiten umzugehen lernen müssen. Behutsam schildert Regisseur Schmid, wie die Schichtarbeit das Leben der Frauen, Kinder und Lebenspartner dominiert.
THE AGE OF STUPID
Donnerstag, 14.04.2011, 19:00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: Grüne Jugend Hagen
GB 2009, R+B: Franny Armstrong, Dokudrama, deutsche Fassung, 89 Minuten, mit Pete Postlethwaite, Piers Guy u.a.
Wir schreiben das Jahr 2055. London ist überflutet, Sydney in Flammen,Las Vegas von der Wüste verschluckt. In einem riesigen Archiv in der geschmolzenen Arktis, in dem das Welterbe aus Museen, Bibliotheken und Datenbanken lagert, stellt sich ein Überlebender die besorgte Frage: "Warum haben wir den Klimawandel nicht gestoppt?". Er klickt sich an Monitoren durch alte Nachrichten und rekonstruiert rückblickend, was die Ursachen für das menschliche Scheitern waren. Sechs wahre Geschichten, angereichert mit Original-Fernsehbeiträgen der Zeit zwischen 1950 und 2008, dokumentieren dabei den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit und zeigen auf, wie wir dabei sind, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören.
TEKEL - EINE BELEGSCHAFT BEGEHRT AUF
Donnerstag, 12.05.2011, 19:00 Uhr, 3 €
Präsentiert von: Linker Dialog
Türkei 2010, Dokumentation, OmU (türkisch)
Seit Dezember 2009 protestieren Beschäftigte des ursprünglich staatlichen türkischen Tabakkonzerns TEKEL gegen die Folgen der Privatisierung des Unternehmens. TEKEL wurde schrittweise an das Tabakmonopol British American Tobacco verkauft. Ursache der Proteste ist das Vorhaben der türkischen Regierung, landesweit 40 Produktionsstätten zu schließen und rund 12.000 TEKEL-ArbeiterInnen in andere Betriebe zu transferieren. Der Belegschaft drohen dadurch massive Gehaltskürzungen und der Verlust von tariflichen und sozialen Rechten. Der Film dokumentiert die Chronologie eines Arbeitskampfes und lässt Arbeiter- und Gewerkschafter Innen zu Wort kommen.


